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Beta-Caryophyllen

Was ist Beta-Caryophyllen?

Beta-Caryophyllen ist ein Sesquiterpen, also ein Terpen aus 15 Kohlenstoffatomen (Summenformel C15H24). Es kommt reichlich in den ätherischen Ölen vieler Gewürze, Früchte und Heilpflanzen vor und ist in den USA und in Europa als Aromastoff für Lebensmittel zugelassen.

Chemisch eng verwandt ist Humulen: Es hat dieselbe Summenformel und wurde früher auch Alpha-Caryophyllen genannt.

Warum wird Beta-Caryophyllen als Cannabinoid bezeichnet?

Eine Studie in der Fachzeitschrift PNAS zeigte 2008, dass Beta-Caryophyllen im Labor gezielt an den CB2-Rezeptor bindet und ihn aktiviert. Bei Mäusen verringerte es über den Mund gegeben eine Entzündungsreaktion. Bei Mäusen ohne CB2-Rezeptor blieb dieser Effekt aus. Die Forschenden nannten es deshalb ein „Nahrungs-Cannabinoid“.

An CB1, dem Rezeptor für die berauschende Wirkung von THC, wirkt es nicht. Eine spätere Laborstudie von 2020 fand nur eine schwache Wechselwirkung mit CB2. Chemisch bleibt Beta-Caryophyllen ein Terpen, kein klassisches Cannabinoid.

Wo kommt Beta-Caryophyllen in Cannabis vor?

Beta-Caryophyllen gehört zu den häufigsten Terpenen in Cannabis. In einer Auswertung von fast 90.000 Laborproben aus den USA prägte es zusammen mit Limonen eine der drei typischen Terpengruppen.

In einer Analyse medizinisch genutzter Pflanzen aus Brasilien zählte es zu den mengenmäßig wichtigsten Terpenen. CBD-reiche Pflanzen enthielten dort mehr Beta-Caryophyllen und Humulen als THC-reiche.

Was sagt die Forschung zur Wirkung beim Menschen?

Entzündungshemmende Effekte sind bisher vor allem aus Zellversuchen und Tierstudien bekannt, unter anderem bei Ratten und Mäusen. Ob die Mengen aus einer Cannabisblüte beim Menschen eine messbare Wirkung haben, ist nicht untersucht.

Für Cannabis aus der Apotheke ist Beta-Caryophyllen kein Prüfpunkt des Analysenzertifikats. Wenn es angegeben ist, ist das eine Zusatzinformation zum Aroma. Für die Auswahl zählen THC- und CBD-Gehalt und die ärztliche Einschätzung. Mehr zur Idee eines Zusammenspiels der Inhaltsstoffe steht unter Entourage-Effekt.

Häufige Fragen

Ist Beta-Caryophyllen ein Cannabinoid?

Es bindet im Labor an den CB2-Rezeptor und wird deshalb manchmal so genannt. Chemisch ist es ein Terpen.

Macht Beta-Caryophyllen high?

Nein. Es wirkt nicht am CB1-Rezeptor, über den THC berauscht.

Wie riecht Beta-Caryophyllen?

Pfeffrig, würzig und leicht holzig.

Was ist der Unterschied zwischen Caryophyllen und Humulen?

Beide haben dieselbe Summenformel, sind aber unterschiedlich gebaut. Humulen wurde früher auch Alpha-Caryophyllen genannt.

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Quellen

  1. PubChem: Caryophyllene (CID 5281515)
  2. Gertsch et al. (2008), PNAS: Beta-caryophyllene is a dietary cannabinoid
  3. Sharma et al. (2016), Curr Pharm Des: Polypharmacological Properties and Therapeutic Potential of β-Caryophyllene
  4. Finlay et al. (2020), Front Pharmacol: Terpenoids From Cannabis Do Not Mediate an Entourage Effect by Acting at Cannabinoid Receptors
  5. Fernandes et al. (2007), Eur J Pharmacol: Anti-inflammatory effects of alpha-humulene and (-)-trans-caryophyllene
  6. Smith et al. (2022), PLOS ONE: The phytochemical diversity of commercial Cannabis in the United States
  7. Carvalho et al. (2022), Forensic Sci Int: Chemical profiling of Cannabis varieties cultivated for medical purposes in southeastern Brazil

420doc Redaktion · Aktualisiert am 26. Oktober 2026
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