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Cannabis absetzen: Entzugserscheinungen, Verlauf und was hilft
Wer nach längerem, regelmäßigem Gebrauch mit Cannabis aufhört, bekommt häufig vorübergehende Entzugserscheinungen: schlechter Schlaf, Reizbarkeit, Unruhe, weniger Appetit. Sie beginnen meist nach ein bis drei Tagen und klingen innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Was hilft und warum eine medizinische Therapie nicht abrupt beendet werden sollte.
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Inhalt dieses Artikels
Nach längerem, regelmäßigem Gebrauch reagiert der Körper auf das Absetzen von Cannabis oft mit Entzugserscheinungen. Typisch sind Schlafstörungen, Reizbarkeit, Unruhe, weniger Appetit und intensive Träume. Die Beschwerden sind belastend, aber meist nicht körperlich gefährlich und klingen in der Regel ab. Bei Vorerkrankungen oder starken psychischen Beschwerden sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Ob du eine ärztlich verordnete Therapie beenden möchtest oder Freizeitkonsum aufgeben willst: Hier erfährst du, was in welcher Phase passiert und was dir helfen kann.
Wie häufig Entzugserscheinungen sind
Eine Meta-Analyse mit Daten von über 23.000 Menschen fand bei etwa 47 Prozent der Personen mit regelmäßigem oder problematischem Cannabisgebrauch ein Entzugssyndrom. Das Risiko steigt mit täglichem Gebrauch, hohen THC-Mengen und langer Dauer. Wer nur gelegentlich konsumiert, merkt beim Aufhören oft wenig.
Typische Symptome
Psychisch: Reizbarkeit, Wut, Nervosität, Angst, gedrückte Stimmung, Verlangen nach Cannabis. Schlaf: Einschlaf- und Durchschlafprobleme, sehr lebhafte Träume. Körperlich: weniger Appetit, Bauchschmerzen, Schwitzen, Zittern, Kopfschmerzen, Frösteln.
Medizinisch wird das als Cannabis-Entzugssyndrom bezeichnet und ist in den internationalen Diagnosesystemen beschrieben.
Der zeitliche Verlauf
Die ersten Symptome beginnen meist 24 bis 72 Stunden nach dem letzten Gebrauch. Den Höhepunkt erreichen sie in der Regel in der ersten Woche. Die meisten Beschwerden klingen nach ein bis zwei Wochen deutlich ab. Schlafstörungen und lebhafte Träume können einige Wochen länger anhalten.
Gleichzeitig erholt sich das Endocannabinoid-System: Die CB1-Rezeptoren werden innerhalb weniger Wochen wieder empfindlicher, mehr dazu im Artikel Toleranz. Was über längerfristige Folgen von Cannabis bekannt ist, erklärt der Artikel Bleibende Schäden?.
Was in dieser Zeit hilft
Feste Schlafenszeiten, kein Bildschirm vor dem Schlafen, wenig Koffein am Nachmittag. Tägliche Bewegung, regelmäßige Mahlzeiten auch bei wenig Appetit, ausreichend trinken. Menschen einweihen, die dich unterstützen, und Situationen meiden, die mit Konsum verbunden sind.
Ersetze Cannabis nicht durch Alkohol oder Schlafmittel ohne ärztlichen Rat. Wenn der Schlaf über Wochen schlecht bleibt, sprich mit deiner Hausarztpraxis. Was die Studien zu Cannabis und Schlaf sagen, erklärt der Artikel Cannabis und Schlaf.
Medizinisches Cannabis beenden
Eine ärztlich verordnete Therapie sollte nicht abrupt und nicht eigenmächtig beendet werden. Besprich das Absetzen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Häufig wird die Menge schrittweise verringert, was Entzugserscheinungen abmildern kann.
Beachte auch: Die Beschwerden, wegen derer die Therapie begonnen wurde, können zurückkommen. Dann braucht es einen Plan für die weitere Behandlung.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Wenn das Aufhören trotz mehrerer Versuche nicht gelingt, wenn du starke Angst, Niedergeschlagenheit oder Gedanken an Selbstverletzung bemerkst, oder wenn Cannabis Alltag, Arbeit und Beziehungen bestimmt. Anlaufstellen sind die Hausarztpraxis, Suchtberatungsstellen und psychiatrische Ambulanzen. Bei Suizidgedanken: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder Notruf 112.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Cannabis-Entzug?
Die meisten Symptome klingen nach ein bis zwei Wochen ab. Schlafprobleme können einige Wochen länger dauern.
Ist ein Cannabis-Entzug gefährlich?
In der Regel nicht körperlich gefährlich, aber belastend. Bei psychischen Krisen ist sofort Hilfe wichtig.
Soll ich medizinisches Cannabis einfach weglassen?
Nein. Besprich das Beenden ärztlich, meist wird schrittweise reduziert.
Was hilft am besten gegen die Schlafprobleme?
Feste Schlafzeiten, Bewegung am Tag, wenig Koffein und Geduld. Bei anhaltenden Problemen hilft die Hausarztpraxis weiter.
Quellen
- Bahji A et al. (2020): Prevalence of Cannabis Withdrawal Symptoms Among People With Regular or Dependent Use of Cannabinoids. JAMA Netw Open
- Bonnet U, Preuss UW (2017): The cannabis withdrawal syndrome: current insights. Subst Abuse Rehabil
- D'Souza DC et al. (2016): Rapid Changes in Cannabinoid 1 Receptor Availability in Cannabis-Dependent Male Subjects After Abstinence From Cannabis. Biol Psychiatry Cogn Neurosci Neuroimaging 1(1):60–67
420doc Redaktion · Veröffentlicht am 20. Oktober 2026 · Aktualisiert am 20. Oktober 2026
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