Gesetz & StatistikStatistik
Cannabis und Kriminalitätsstatistik: Was die Zahlen wirklich sagen
Die erfassten Cannabisdelikte sind nach der Teillegalisierung von rund 174.000 im Jahr 2023 auf rund 62.000 im Jahr 2024 gesunken. Vor allem ein statistischer Effekt. Wie man die Zahlen richtig liest und was sie nicht zeigen.
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Inhalt dieses Artikels
Mit der Teillegalisierung im April 2024 sind viele Handlungen, die früher strafbar waren, erlaubt. Das verändert die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) direkt. Wer die Zahlen liest, sollte wissen, was sie messen und was nicht.
Was sich messbar verändert hat
Laut einer Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sanken die erfassten cannabisbezogenen Delikte von 173.945 im Jahr 2023 auf 61.670 im Jahr 2024. Rechnet man die neuen Verstöße nach Konsumcannabis- und Medizinal-Cannabisgesetz dazu, waren es 78.987. Die Forschenden sehen darin vor allem einen statistischen Effekt: Was nicht mehr strafbar ist, wird nicht mehr gezählt.
Statistik ist ein Werkzeug. Schlagzeilen sind keine Analyse.
Gesamtkriminalität
2025 sank die Zahl aller erfassten Straftaten um 5,6 Prozent. Ohne Straftaten mit Cannabisbezug wäre es ein Rückgang um 4,7 Prozent gewesen. Die Teillegalisierung erklärt den Rückgang also nur zu einem kleinen Teil, wie auch ein Faktencheck zeigt.
Was sich nicht automatisch verändert
Schwarzmarkt, organisierte Kriminalität und Begleitkriminalität verschwinden nicht durch eine Gesetzesänderung. Der Straßenpreis blieb laut DIW bis 2024 stabil bei rund zehn Euro pro Gramm. Warum Schwarzmarktware riskant bleibt, erklärt der Artikel Schwarzmarkt oder Apotheke.
Wie man Statistiken ehrlich liest
Die PKS zählt Fälle und Tatverdächtige, die die Polizei an die Staatsanwaltschaft übergibt, keine Verurteilungen. Sie zeigt Kontrolltätigkeit und Anzeigeverhalten, nicht das tatsächliche Konsumverhalten. Quellen prüfen, Bezugsgrößen verstehen und Vorjahre vergleichen.
Häufige Fragen
Ist Cannabiskriminalität gesunken?
Die erfassten Delikte sind stark gesunken, vor allem weil vieles nicht mehr strafbar ist.
Ist Deutschland dadurch sicherer geworden?
Das lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten.
Wo finde ich verlässliche Zahlen?
In der Polizeilichen Kriminalstatistik des BKA und in wissenschaftlichen Auswertungen, nicht in sozialen Netzwerken.
Quellen
420doc Redaktion · Veröffentlicht am 30. April 2026 · Aktualisiert am 20. Oktober 2026
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Mehr Hintergründe findest du im Magazin und im Lexikon. Ob eine Behandlung im Einzelfall passt, klärt nur ein persönliches ärztliches Gespräch.
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