Rezept & AblaufDoc-Reihe

Folgerezept für medizinisches Cannabis: Ablauf und Voraussetzungen

Ein Folgerezept setzt eine laufende Therapie fort, wenn sie gut vertragen wird und ärztlich weiter sinnvoll ist. Was dafür abgefragt wird, wann ein Gespräch nötig ist und wie oft du ein neues Rezept brauchst.

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420doc Magazin
Rezept & Ablauf
Inhalt dieses Artikels
  1. Was beim Folgerezept abgefragt wird
  2. Wann ein persönliches Gespräch sinnvoll ist
  3. Warum auch Folgerezepte geprüft werden
  4. Gibt es eine Höchstmenge für Cannabis auf Rezept?
  5. Häufige Fragen

Ein Folgerezept setzt eine bereits begonnene Therapie fort. Es kommt infrage, wenn die bisherige Behandlung gut vertragen wurde, die Beschwerden sich nachvollziehbar verbessert haben und die Ärztin oder der Arzt die Fortsetzung weiter für sinnvoll hält. Automatisch gibt es auch das Folgerezept nicht.

Was beim Folgerezept abgefragt wird

Die Anamnese ist kürzer als beim Erstrezept, weil viele Angaben schon vorliegen. Abgefragt werden aber Verlauf, Wirkung, Nebenwirkungen, verbrauchte Menge, neue Medikamente oder Diagnosen und Veränderungen im Alltag.

Hilfreich ist ein Therapietagebuch: Wer konkrete Angaben machen kann statt eines vagen „mal so, mal so“, bekommt eine genauere Einschätzung.

Wann ein persönliches Gespräch sinnvoll ist

Wenn deine Menge deutlich steigt, neue Beschwerden dazukommen, du psychische Veränderungen bemerkst oder die letzte persönliche Konsultation lange zurückliegt, braucht es mehr als einen Fragebogen. Dann wird ein Gespräch per Video oder vor Ort vorgeschlagen.

Auch eine geplante Änderung von Sorte oder Darreichungsform gehört in ein ärztliches Gespräch. Wann ein Wechsel Sinn ergibt, steht im Artikel Sorte wechseln.

Warum auch Folgerezepte geprüft werden

Medizinische Voraussetzungen können sich ändern. Eine Therapie kann angepasst, pausiert oder beendet werden, wenn Nutzen und Risiken nicht mehr im Verhältnis stehen. Die ärztliche Verantwortung bleibt bei jedem Rezept dieselbe.

Wie lange ein Rezept reicht, hängt von der verordneten Menge ab. Plane rechtzeitig, damit zwischen Prüfung, Apotheke und Versand keine Lücke entsteht. Wie lange ein Rezept gültig ist, erklärt der Artikel Digitales Rezept für Cannabis.

Gibt es eine Höchstmenge für Cannabis auf Rezept?

Eine gesetzliche Höchstmenge gibt es nicht. Das Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG) legt keine Menge fest, die eine Ärztin oder ein Arzt in einem bestimmten Zeitraum höchstens verschreiben darf. Bis zum 31. März 2024 war Cannabis ein Betäubungsmittel. Damals galt eine Verordnungshöchstmenge von 100 g Blüten innerhalb von 30 Tagen. Mit dem MedCanG wurde Cannabis aus den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes gestrichen, diese Grenze ist entfallen.

Wie viel du bekommst, legt die Ärztin oder der Arzt fest. Menge und Dosierung stehen auf dem Rezept (§ 2 Absatz 1 Nummer 6 und 7 AMVV). Grundlage sind deine Beschwerden, der bisherige Verlauf, Wirkung und Nebenwirkungen und der tatsächliche Verbrauch. Steigt dein Bedarf deutlich, ist das ein Grund für ein ärztliches Gespräch und keine Formsache.

Bei 420doc gilt für Blüten eine eigene Grenze: In jedem Zeitraum von 30 aufeinanderfolgenden Tagen werden höchstens 100 g verordnet, alle deine Anfragen bei 420doc werden zusammengerechnet. Das ist eine Regel der Plattform, keine gesetzliche Höchstmenge und kein Richtwert für deinen Bedarf. Die Ärztin oder der Arzt kann weniger verordnen. Rezepte aus anderen Praxen fragt der Fragebogen ab, damit die Gesamtmenge ärztlich eingeordnet werden kann.

  • Gesetz (MedCanG): keine Höchstmenge.
  • Ärztliche Verordnung: Menge und Dosierung im Einzelfall, auf dem Rezept angegeben.
  • 420doc: für Blüten höchstens 100 g in 30 Tagen, alle Anfragen zusammengerechnet.

Häufige Fragen

Wie oft brauche ich ein Folgerezept?

Das hängt von der verordneten Menge und dem Therapieplan ab. Plane die neue Anfrage einige Tage vor Ende deines Vorrats.

Muss ich beim Folgerezept wieder alles angeben?

Nein, der Fragebogen ist kürzer. Verlauf, Nebenwirkungen und Änderungen werden aber jedes Mal abgefragt.

Wie viel Gramm Cannabis darf der Arzt verschreiben?

Eine gesetzliche Höchstmenge gibt es seit dem 1. April 2024 nicht mehr. Die Menge legt die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall fest. Über 420doc sind für Blüten höchstens 100 g in 30 Tagen möglich.

Was kostet ein Folgerezept?

Die aktuellen Gebühren stehen unter Preise und Erstattung. Die Apotheke rechnet das Arzneimittel separat ab.

Kann ein Folgerezept abgelehnt werden?

Ja, wenn die Fortsetzung medizinisch nicht vertretbar erscheint. Dann wird die Gebühr erstattet.

Quellen

  1. Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG)
  2. Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), § 2 (Menge und Dosierung auf dem Rezept)
  3. BfArM: Änderungen in der Betäubungsmittelgesetzgebung zum 1. April 2024 (Cannabis aus den Anlagen des BtMG gestrichen)
  4. ABDA: FAQ zum Cannabisgesetz 2017 (frühere Höchstmenge 100 g Blüten in 30 Tagen)
  5. APOTHEKE ADHOC: BfArM-Begleiterhebung, Cannabis-Einsatz vor allem bei Schmerzen

420doc Redaktion · Veröffentlicht am 6. März 2026 · Aktualisiert am 26. Oktober 2026
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. So prüfen wir unsere Inhalte

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